January 19, 2004

Big Fish

Interessant war der Trailer auf jeden Fall. Etwas maerchenhaft, aber trotzdem. Und sowieso mal wieder gut, von Tim Burton was zu hoeren. Also:

Edward Bloom (Albert Finney in alt, Ewan McGregor in jung) ist ein Maerchenonkel. Seit der Kindheit hat er seinem Sohn Will nur wahnwitzige Geschichten aus seinem Leben erzaehlt - bei Wills Geburt hat er einen riesigen Fisch mit seinem goldenen Ehering gefangen, davor war er Kriegsheld, im Zirkus, hat seine Heimatstadt von einem 3 Meter grossen Typen gerettet, mit dem er gemeinsam durch die Welt gezogen ist und die wildesten Dinge erlebt hat.

Jetzt liegt Edward im Sterben, und Will, der selbst in ein paar Monaten Nachwuchs kriegt, moechte von seinem Vater jetzt endlich seine wahre Geschichte erfahren.

Der Film ist definitiv sehr burtonesque, und jener konnte sich auch mal wieder so richtig austoben. Die oben erwaehnten Subplots sind nur ein kleiner Teil von dem, was da in Big Fish so wimmelt. Die bluehende Phantasie vom alten Edward hat Burton wirklich bildhaft in Szene gesetzt.

Schon am Anfang warnt Will im voice-over, dass die meisten Geschichten erstunken und erlogen sind, und sowas mag ich ja eigentlich gar nicht: Ich mag Filme lieber realistisch, so dass man wenigstens ansatzweise glauben kann, dass die Charaktere und Handlung echt sind. Aber bei Big Fish hat Burton das ganze fest im Griff: Die Geschichten werden in Rueckblenden erzaehlt, und die Rahmenhandlung in der Gegenwart bringt einen auf den Boden.

Als es dann an den Schluss kam, hatte ich stark darauf gehofft, dass sich alles in eine bestimmte Richtung entwickelt und auf eine bestimmte Art inszeniert wird. Das haette man ganz ganz einfach verhunzen koennen, aber nein. Es lief genauso ab, wie ich es mir gewuenscht hab, und wirklich brilliant ausgefuehrt.

Stellenweise war ich mir nicht sicher, ob ich den Film ueberhaupt gut finden soll, weil er die meiste Zeit ja eigentlich nur die wirren Geschichten von Edward beschreibt. Aber das will der Film ja sagen: Die ausfuehrlichen Maerchen sind schoener als die trockenen Fakten, wie z.B. die wahre Geschichte bei Wills Geburt, die ihm der Arzt spaeter verraet.

Ist auf jeden Fall schoen, einen Burton-Film zu sehen, bei dem er nicht voellig haltlos in der Gegend rumspinnt, sondern wilder wie eh und je ist und trotzdem eine gewisse Ernsthaftigkeit beibehaelt.

Posted by ebomike at January 19, 2004 12:56 AM
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