Gab's da nicht mal die Simpsons-Folge, wo Homer in die Zeit zurueck reist und 'ne Kleinigkeit aendert, was dann grosse Folgen hat? Er zerquetscht eine Muecke, und ploetzlich ist Flanders President der USA. Hier ist der Film mit gleichem Thema.
Der Trailer sah so vielversprechend aus wie schon lange kein Film mehr. Und schon der erste Akt hat mich in keinster Weise enttaeuscht: Es geht knallhart zur Sache. Es geht durch Ashton Kutchers Kindheit, und da war ganz schoen die Hoelle los. Dummerweise hat er ab und zu Black-Outs, und die sind brilliant in Szene gesetzt. Gleichzeitig mit lustiger und dramatischer Wirkung.
Irgendwann ist er dann ein halbwegs guter Student auf der Uni, aber dann baut er richtig dick Scheisse. Aber dann entdeckt er, dass er mit Hilfe von seinem Tagebuch einzelne Szenen aus seiner Vergangenheit aendern kann. Das macht er dann, um Fehler wiedergutzumachen - wodurch er andere, noch viel krassere Probleme verursacht.
Der Film laeuft fast zwei Stunden, und man merkt auch, dass er nicht kurz ist - aber er ist keinen Moment langweilig. Keine schnulzigen Szenen, keine hanebuechernen Wendungen - das Drehbuch ist durch und durch schluessig und fuegt sich immer mehr zusammen und bringt gleichzeitig immer neue Schocker auf den Tisch.
Butterfly Effect ist wunderbar gewalttaetig, allerdings immer so, dass es die Handlung vorantreibt. Und es wird echt vor nichts Ruecksicht genommen - der Film ist harter Tobak. Er verdient sein R-Rating mit Recht.
Mein letztes "10 von 10"-Voting gabs in 2002 fuer den brasilianischen Film "City of God" (bzw. Cidade de Deus). Jetzt ist es wieder soweit - 2004 hat gerade angefangen, und hier verleihe eine weitere meiner sehr selten 10ern. Hier stimmt einfach alles - interessanter Plot, durchdachtes Drehbuch, konsequente Inszenierung, saftige Gewalt, immer neue Drehungen und Wendungen. Selbst der Schluss ist gut geraten.
UPDATE: Hab mal etwas die IMDB durchforstet. Die Kritiker sind zum hohen Anteil eher unfreundlich auf den Film eingestellt. Von den Usern her ist es gemischt, aber viele haben ein Problem damit, das Arschloch Kutcher die Hauptrolle spielt. Okay, ich mag ihn auch nicht, aber der Film kann doch trotzdem gut sein - und in diesem Fall ist er es auch! Die Einstellung find ich genauso daemlich wie Leute, die Brad Pitt hassen, weil er ja so'n Frauenschwarm is. Ach? Schon mal Kalifornia gesehen? Also. Fresse.
Posted by ebomike at January 24, 2004 12:51 AM