April 17, 2004

Kill Bill Vol. 2

Okay, es ist ja bekannt: Eigentlich haette Kill Bill ein einziger Film sein sollen. Schon der Original-Trailer sagte ja "In 2003, Uma Thurman will Kill Bill." War wohl nix, Hoerr Tarantino musste ja waehrend der Dreharbeiten noch neue Szenen dazuschreiben, und so wurde eben dieser Zweiteiler draus.

Ich denke immer mal wieder an Vol. 1 zurueck, und das war eigentlich schon ein fettes Werk. Es faengt an mit fetziger Action, dann kommt etwas tarantinische Langsamkeit ins Spiel, dann geht's wieder zur Sache, und Blutfontaenen spritzen meilenweit in die Luft. Trotz meiner Kritikpunkte, die ich damals angebracht hatte, wars am Ende doch fett.

Jetzt aber Vol. 2. Alle lieben den. Und wenn ich mir Teil 1 und 2 als ganzes vorstelle minus einiger langwierigen Szenen, dann waere das bestimmt ein sehr sehr guter Film. Aber in der jetztigen Aufmachung sind die ganzen aussergewoehnlichen Szenen in Vol. 1 gelandet, und Teil 2 ist dann eher so Reste-Essen.

Ist wie immer die Frage, was man erwartet. Der erste Teil hatte ja schoen verteile, blutige Gewalt, mit dem Hoehepunkt vom Kampf gegen die Crazy 88, wo Uma Thurman die Boesis im Duzend mit ihrem Schwert vierteilt. Sowas gibt's natuerlich nicht noch ein zweites Mal.

Was bleibt beim zweiten uebrig? Nicht mehr viel. Zwar hat sie thereotisch noch drei Leute auf ihrer Liste, aber das wars auch. Vor allem nehmen jene drei eigentlich nur einen kleinen Teil vom Film ein. Der Rest ist mit anderweitigen Szenen beschmueckt, die eigentlich ueberhaupt nichts zur Sache tun.

Die Kritiker sagen zwar, Teil 2 ist "less action and more story", aber what story?! Der Original-KB bestach ja eigentlich durch die extrem geradelinige Story, die als Leitfaden durch die teilweise sehr kinetischen Szenen gefuehrt hat.

Vor allem sind die "story"-Teile meist flashbacks, die eigentlich groesstenteils nur dienen, um Tarantinos vielseitigen Stile zu demonstrieren. Da sind z.B. die Hochzeits-Probe, bei der Bill ja bekanntlich mit seiner Truppe anrueckt und alles plattmacht. Das ist ein kompletter Akt (!), in dem wirklich nur beilaeufiger Dialog ist.

Dann ist ein flashback, in dem Uma Thurman im besten Billig-Hongkong-Film von einem alten chinesischen Meister trainiert wird, komplett mit wirklich alberner Kung-Fu-Film-Musik. Auch das ist eine sehr lange Szene mit sehr wenig Inhalt.

Ums noch komischer zu machen, wird es an einer Stelle gar richtig unrealistisch. Ich meine, okay, der Film hat nie probiert, realistisch zu sein, aber die Paula Schultz-Szene fand ich nun wirklich bekloppt. Und lang.

Aber - trotzdem hat der Film viele gelungene Gags, ist ab und an immer noch boesartig, und die Dialoge sind teilweise immer noch saftig (wenn auch nichts an Tarantinos ersteren Werke rankommt).

Also ich war ein wenig enttaeuscht.. aber anschauen tust du dir'n ja sowieso.

Posted by ebomike at April 17, 2004 01:21 AM
Comments
Post a comment









Remember personal info?