June 21, 2003

Hulk

Bagel, Nichtantwortender,

HULK. Wie schon beim letzten Film (siehe Hollywood Homicide) bin ich mit einer eher niedrigen Erwartungsmesstange ins Kino. Aber diesmal ward ich gar unterhalten.

Und das beinahe verwunderlich, denn der Film an sich ist nicht eben spektakulaer. Aber die Regie von Ang Lee ist das entscheidene hier. Ohne die waere der Film nur Muell.

Aber Lee hat den Film so kurios inszeniert, wie sich das sonst kaum einer bei einer riesigen $100M+ Hollywood-Produktion trauen wuerde.

Am auffaelligsten natuerlich die Optik. Das production design ist eigentlich gar nicht mal im Comic-Stil. Alles ist eher trueb mit kranken Soylent-Green-Gruenstich. Dafuer aber ist der Schnitt verspielt bis zum Bloedwerden: Fast jeder Shot hat irgendeine Transition. Mal box in, box out, dann baut sich das Bild langsam auf, zoomt hier raus und hier rein, scrollt hoch und runter, da kommt was rein und da was raus.

Dann staendig Split-Screen. Aber auch hier wieder mit vielen neuen Ideen: Ab und zu sieht man z.B. dieselbe Szene und dieselbe Handlung aus zwei verschiedenen Perspektiven in Split-Screen. Oder eine andere Transition ist Scrolling ueber Split-Screen, so dass es fast aussieht, als wuerde man bei einem Comicbuch von einem panel ins naechste wandern. Und oft wirklich ultra-blatante Achsenspruenge.

Ich koennte gar nicht all die Gimmicks aufzaehlen, die in diesem ueber 2 Stunden langen Film sind. Ein Dialog z.B. geschieht in einem einzigen medium shot, bei dem ein Charakter permanent im Focus und der andere dauerhaft unscharf ist.

Ja, die vielen Ideen und das ganze Gefuzzel von Ang Lee laesst einen ueber diese eigentlich voellig normale Geschichte hinwegsehen.

Und weil's Ang Lee ist, gibt's sogar Wire-Fu. Gut, Wire, nicht Fu. Als sich Hulk mit anderen CGI-Monstern rumkloppt, springt er meilenweit von Ast zu Ast. Und spaeter huepft er mit 7-Meilen-Fuessen durch die Wueste. Naja, Wire ist es auch nicht, weil ja alles CGI ist.

Uh, CGI. Die fand ich ja nun nicht so berauschend. Schon im Trailer war das eher abstossend, und auch im Film, wo ich auf bessere Renderings gehofft hatte, war das einfach viel zu CGI-ig. Am schlimmsten die Physik. Ich meine, Hulk und so war schon gut gerendert, aber in Aktion sah alles irgendwie reichlich pilzig aus.

Da ist z.B. ein Kampf von CGI-Hulk gegen CGI-Hubschrauber, die sich irgendwie flink wie in einem Computerspiel so schnell durch die Gegend bewegen, dass die Insassen eigentlich laengst durch die Windschutzscheibe geflogen sein muessten. Und der Riesenhulk macht dann die Minihubschrauber platt wie nix. Das sieht furchtbar komisch aus. Gut, vielleicht allein schon deshalb, weil man eine derartige Physik im richtigen Leben kaum sehen wuerde, aber trotzdem. Fand ich nicht so prickelnd. Und wie schon bei Matrix Reloaded war der Kontrast zwischen CGI- und Realaufnahmen manchmal zu deutlich sichtbar.

Nick Nolte war irgendwie putzig. Vor allem, weil er die gleiche Frisur anhat wie auf seinem nicht gerade vorteilhaften Mugshot.

Alles in allem... hat mir irgendwie gefallen. Auch wenn der Film irgendwie ein wenig lang ist. Aber Ang Lee hat es geschafft, aus diesem Kram, den sich die drei (!) screenwriter zusammengesponnen haben, ein interessantes Kunstwerk zu machen. Unter dieser Schutzschicht aus Fuzzelei, Spielerei und Experimentierei liegt ein ganz oeder Film.

Posted by ebomike at 08:31 AM | Comments (0)

June 20, 2003

Hollywood Homicide

Bagel auch,

kommt mir vor, als haette ich Ewigkeiten keinen Film mehr gesehen. Naja, heute isses endlich wieder soweit: Hollywood Homicide von Ron Shelton, der mich schon seinerzeit mit "Play it to the bone" entgeistert hat.

Wenigstens hab ich vorher einhellig gehoert, dass der Film sehr flach sein soll. Naja, ab und zu bewahrheiten sich irgendwelche Prophezeihungen nicht. Hier schon.

Ron Shelton ist ja eher fuer seine Sport-Inszenierungen bekannt. Play it to the bone war z.B. ein langweiliger Film mit einem ausgedehnten, interessant gefilmten Boxkampf am Schluss. Hollywood Homicide ist ein langweiliger Film ohne einen ausgedehnten, interessant gefilmten Boxkampf am Schluss.

Die Schauspieler: Harrison Ford ist wie immer. Josh Hartnett leider auch. Der ist ja so 'ne Art Jungversion von Ben Affleck, den ich nun mal gar nicht leiden kann. In diesem Film sieht er besonders affig aus, und seine saubloede, viel zu tief geratene Stimme hilft da auch nicht viel weiter. Manchmal glaube ich, dass er schon 'ne Kehlkopfoperation hinter sich hat. Am coolsten fand ich Josh Hartnett eigentlich noch in Ron Hilton's abridged script von Pearl Harbor als einsilbigen, debilen Dooferl.

Wie auch immer. Zum Plot. PLOT?! Ich glaube, was davon mitgekriegt zu haben, dass Ford & Hartnett einen ganz toll skrupellosen Plattenlabel-Boss jagen. Wissen sie aber nicht, weil sie eigentlich nur nen Mord aufklaeren wollen und kaum Spuren haben und auch sonst irgendwie kaum Detektivarbeit betreiben.

Viel mehr Zeit geht fuer den Nebenplot drauf. Ist eigentlich kein Plot, sondern Gimmick: Harrison Ford ist nebenberuflich Immobilienhaendler, und verbringt eigentlich die meisten Minuten am Handy mit unsagbar bloeden Klingelton, wo er staendig versucht, ein Haus zu verkaufen. Und mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat das - rein gar nichts. Nichts. Kein Twist am Schluss, mit dem ploetzlich diese Immobiliengeschichte ploetzlich irgendeinen entscheidenen Hinweis bringt. Nichts. Nur wird irgendwie jeder Charakter in irgendwelche Hausverkaeufe verwickelt, aber das tut nichts zur Sache.

Ueberhaupt... der Film ist die meiste Zeit einfach lahm. Es tut sich kaum was, und irgendwie reisst einen die Geschichte ja mal ueberhaupt nicht mit. Der Schnitt, der oft reichlich unpassende Shots zusammenfuehrt, tut da sein uebriges. Der Film versucht wohl, von seinen "Gags" zu leben, diese beschraenken sich aber auf ultraflaeche, uralte wiedergekaeute Kalauer, ueber die wirklich keiner mehr lachen kann.

Spaeter dann - als dann ploetzlich die beiden den boesen auf der Spur sind - geht's dann los mit (zugegebenermassen gut ausgefuehrten) Verfolgungsjagden und Kram. Auch wenn alles nicht so recht Sinn ergibt. Die Guten finden die Boesen dank einer Hellseherin (da ist den screenwritern wohl ECHT nix mehr eingefallen), und die Boesen fangen an, auf die guten zu schiessen (aeh? Warum?), und alles wird irgendwie hektisch und ergibt umso weniger Sinn.

Ganz, ganz wenige gute Szenen kommen im Film vor. Und lustig fand ich noch, dass endlich mal jemand vom 15. Stock in einen Muellcontainer faellt, in dem KEIN Muell ist.

Naja, um das Anti-Vergnuegen perfekt zu machen, ist der Film PG-13, was auch noch die Action auf Kinderniveau schrumpft. Und Tschuess.

Posted by ebomike at 06:47 AM | Comments (3)

June 08, 2003

Finding Nemo

Wurde mal wieder Zeit fuer ein neues animiertes Meisterwerk von Pixar. Lustigerweise laufen gerade die Trailer fuer den naechsten Film, The Incredibles (der aber erst November 2004 rauskommt).

Der Film lief wieder auf nem digitalen Projektor - diesmal hat man das auch deutlich bemerkt. Knackige Farben, kein Gewackel, keine burn marks, und dank rendering gestochen scharfe Linien.

Aber zuvor lief knick knack!! Anscheinend neu gerendert fuer DLP (in den Credits stand (C) 1989 2003). Allerdings - da Finding Nemo G-rated ist - haben sie die anatomisch korrekten Features der Frau (ich sage nur... create sphere - resize - duplicate) entfernt!! Argl?!

Togal. Zum Film. Nachdem wir Kinderzimmer, Kaefer und Monster durchhaben ist jetzt die Unterwasserwelt dran. Natuerlich wieder mal gefundenes Fressen - durch Sonnenlicht, dass standig dank Wellen durch die Gegend wabert, ist das Bild immer im Bewegung. Die Unterwasserwelt ist natuerlich farbenfroh und vielfaeltig. Im Laufe des Films gibt es viele shots, in denem die Fische nur recht klein auf riesigem blauen Hintergrund rumschwimmen und labern, aber trotzdem sieht das Bild durch Plankton und eben jenes Lichtgefuzzel immer gut aus.

Der Film ist praktisch wie die anderen Pixar-Werke, auch wenn hier ein bisschen die Dynamik und - aufgrund des Umfelds - Abwechslung fehlt. Uebrigens auch das erste Mal, dass ich einen G-rated Film gesehen habe - die ganzen kleinen Kinder im Publikum haben staendig angefangen rumzukreischen, wenns mal "spannend" wurde.

Am einfachsten ist es, den Film auf einer Pixar-Skala anzusetzen. Auf jeden Fall besser als Bug's Life (den ich eigentlich echt ziemlich schlecht fand), aber an Monsters or Toy2 kommt er nicht ran. Trotzdem ein grosser Spass zum Anschauen.

Posted by ebomike at 04:46 AM | Comments (0)

June 07, 2003

The Italian Job

Schon witzig: Dieser Film wurde ja nicht gerade freudig empfangen. Auf den Diskussionsboards haben sich alle Briten darueber aufgeregt, dass die Amis mal wieder einen klassischen britischen Film verhunzen - und das, ohne den Film ueberhaupt gesehen zu haben. Tss. Briten.

Aber noch amuesanter fand ich, dass Edward Norton laut vor in der Presse betont, dass er in diesem Film nur aus vertraglichen Gruenden mitspielt. Auau, das ist schon boese!

Nun, verstehen kann ich ihn: Er spielt wirklich einen sehr generischen Boesen; selbst die Guten lachen ihn im Film aus, weil er so einfallslos ist und sich von seinem vielen geklauten Geld nur das kauft, was sich andere erwuenscht haben.

Aber zum Film: Erst mal schauen wir uns den Trailer an, und dann wissen wir eigentlich schon genau, worums geht. Nicht nur das; wir wissen auch genau, wie es geht. Gruppe von Spezialisten macht nen brillianten Coup in Venedig, kriegt 35 Millionen in Goldbarren, Edward Norton double-crosst sie alle, erschiesst Donald Sutherland, und jetzt sind alle furchtbar sauer und moechten sie an ihm raechen.

Soweit, so konventionell, und es geht auch exakt nach Plan weiter, ohne grosse Ueberraschungen. Inszeniert von F. Gary Gray, der auch sonst eher trivial ist (selbst seinen hochgelobten Negotiator fand ich jetzt nicht gerade bahnbrechend).

Auch die "Spezialisten"... wie man's ja von Ronin z.B. kennt, hat jeder seine Aufgabe. Jason Statham reprist in diesem Film seine Rolle aus "Transporter", und ist eigentlich auch einer der coolsten Charakter im Film. Aber man fragt sich eigentlich schon, wozu die Bande einen "wheel man" braucht, denn irgendwie scheint jeder in diesem Film ein weltrekord-brechender Renn- und Stuntfahrer zu sein. Das faengt schon an, dass Charlize Theron (deren Spezialitaet glaub ich 'schlecht schauspielern' ist) mit ihrem product-placenden Mini Cooper mit Riesentempo in eine winzige Parkluecke rauscht. Naja, eigentlich nicht sie, sondern eine offensichtliche Stuntfahrerin, die sogar dunkle Haare hat.

Huch, ich kling ja schon wieder so negativ. Dabei ist der Film jetzt nicht so schlecht, wenn man seine Erwartungen anpasst. Er bringt das, was er verspricht. Nette Action, ab und zu schmunzelige haha-Oneliner, und vernuenftigen Cast. Und die Heist-Szene am Anfang ist wirklich gut. Das scheint echt etwas zu sein, wo jeder alle seine Liebe reinsteckt - bei fast allen Filmen mit einem heist, die ich je gesehen habe, ist jener wirklich klasse inszeniert.

Ab und zu tauchen auch echt gute Ideen auf. So ist z.B. ein Teil vom heist am Anfang unter Wasser - und die laute, pumpende Musik im Hintergrund wird dann flugs dumpf und leiser, was das Unterwasser-Gefuehl wirklich aufleben laesst.

Oder dann die Stelle, an der Seth Green einen Dialog synchronisiert, den er durch eine Windschutzscheibe beobachtet. Gut, das gabs glaub ich auch schon mal in einem anderem Film oder zwei, aber lustig kam das allemal rueber.

Fazit: Schon wieder was fuer 'nen Videoabend. Oder sogar fuers Kino, wenn man weiss, worauf man sich einlaesst.

Posted by ebomike at 08:50 AM | Comments (5)

June 04, 2003

Identity


Bixlgagl,


endlich Identity gesehen. Ich weiss, der Film ist inzwischen steinalt, aber ich war halt beschaeftigt.

MEINT DER BAGEL: hae? kenn ich gar nicht. muss so alt sein das ich den trailer schon wieder vergessen habe oder so. oder ich hab den trailer uebersehen oder was weiss ich was. sagt mir jedenfalls absolut nichts.

Das schlechte vorweg: Er ist mit John Cusack.

MEINT DER BAGEL: immer noch besser als dieser andere da... der aus dem film mit Cusack wo sie ... aeh... fluglotsen, das war das wort... fluglotsen sind. billy bob (wenn man schon billy bob heisst) thornton. den mag ich ja noch weniger leiden. war auch ein ganz arg schrecklicher film und die arme, wie heisst sie noch, angelina jolie sah auch ziemlich eklig aus mit ihren abartig aufgequollenen silikonlippen.. uah.

MEINT DER MILKA: Uaah.. Pushing Tin. Der war wirklich grottig.

Aber hey, der kann ja auch unsaugig sein. z.B. Thin Red Line, oder natuerlich Being John Malkovich. Und: Hier saugt er eigentlich auch nicht.

MEINT DER BAGEL: ja. muss man leider wirklich zugeben. aber in dem film sind ja auch alle schauspieler ganz ganz anders drauf als sonst... siehe Cameron Diaz. Nicht das sie sonst schlecht waere, aber sonst ist sie huebsch.

Der Film ist von James Mangold, der ja eigentlich eher etwas gelassenere Filme macht (Copland, Girl Interrupted). Hier aber hat er einen echt geilen Start hingelegt:

MEINT DER BAGEL: das soll jetzt aber keine kritik an copland sein, oder?

MEINT DER MILKA: Hulla, nein. Copland war geil.

In der Exposition werden die einzelnen Threads fix zusammengefuehrt; im ersten Akt springt er lustig in der Zeit hin- und her und bringt alles zusammen. Sehr effektiv gemacht, mit schoenem Tempo, wirklich klasse.

Das Szenario selbst ist Asbach, aber solide durchgezogen: Gruppe wildfremder Leute findet sich an einem Ort zusammen und kann nicht raus. Kein Kontakt zur Aussenwelt, und etwas uncooles steht an.

MEINT DER BAGEL: ach. doch so originell?

MEINT DER MILKA: Sag ich doch. Aber spaeter wirds dann doch etwas anderiger.

Und tatsaechlich wirds im zweiten Akt auch viel traditioneller, und man erkennt leichte Muster und kann sich eigentlich den Rest vom Film schon denken.

Nicht. Denn dann wacht Hoerr Mangold ploetzlich wieder auf und geht ab mit Twists und noch mehr Twists, die teilweise sogar wirklich klasse sind und nicht an den Haaren herbeigezogen. Es gibt viele Elemente, die anfangs angedeutet werden und erst spaeter erklaert werden. Zum Beispiel die Sache mit dem Hemd fand ich brilliant.

MEINT DER BAGEL: ach ja... das hemd. genau, kenn ich doch. Nicht. soll ich den film jetzt etwa schauen, nur dass ich weiss was es mit irgendsoeinem hemd auf sich hat? milka, du bist so gemein.

Die Rahmenhandlung hat mir nicht so sehr gefallen, und ich dachte erst, dass sie mir den Film ruiniert. Aber sie verhaelt sich halbwegs im Hintergrund und wird nicht laestig oder so.

Aufgenommen war er auch sehr schoen - oft nette dezente Spielchen mit Gegenlicht, hell und dunkel. Sehr konsequent die ganze Zeit bei Nacht im stroemenden Regen.

Alles in allem sehr unterhaltsam. Fand ich gut, und erstaunlich erfrischend und neu, wenn man betrachtet, was fuer ausgelutschten Elementen sich der Film eigentlich bedient.

MEINT DER BAGEL: hhhhhhhhmmmm. steht also auch nicht ganz weit oben auf meiner
toSee-liste...

Posted by ebomike at 06:47 AM | Comments (0)