July 14, 2003

The League of Extraordinary Gentlemen

Hmm.. also den Trailer fand ich ja schon absurd und interessant. Und endlich mal wieder was feines mit Sean Connery.... also auf ins Kino!

LXG... das sind alle moeglichen aussergewoehnlichen Leute, als da waeren Kaept'n Nemo, Dorian Gray, Tom Sawyer, der unsichtbare Skinner (urspruenlich Dr. Hawley Griffin im Comic, aber aus rechtlichen Gruenden umbenannt), Dr. Jekyll bzw. Mr. Hyde, Vamipirin Mina Harker, und Sean Connery als Alan Quatermain.

Der Film lebt und steht mit Sean Connery. Hmm, aber leider steht der Film gar nicht, denn er ist ziemlicher Schmock. Sean Connery ist zwar cool und hat ein paar belanglose one-liner, aber das wars auch. Viel lustiger als der Film ist eigentlich die Hintergrundstory, denn Regisseur Stephen Norrington und Sean Connery lagen sich staendig in den Haaren; an einem Tag waren sie kurz davor, sich tatsaechlich die Fresse einzuhauen.

Nee, Moment mal - noch viel lustiger als die Hintergrundstory sind die abgrundtief schlechten Spezialeffekte. Also ehrlich. Ich weiss ja gar nicht, wo ich anfangen sollte. Aber ich weiss, womit ich aufhoeren sollte: "Und das ganze soll von ILM sein? O tempora, o mores!"

Gehen wir's doch mal durch... es faengt an in "London, 1899". Alles ist duester und blau und sieht eigentlich sehr nach Prag aus (wo der Film gedreht wurde). Dann geht's weiter nach "Berlin, 1899", das eigentlich genauso aussieht. Weiter in "Paris, 1899", dass genauso aussieht wie "London, 1899" und "Berlin, 1899", nur dass in den Hintergrund noch der Eiffelturm retuschiert wurde.

Dann aber kommt Captain Nemo mit seiner Nautilus, oder sagen wir lieber Render-Nautilus, mit der er im Render-Meer rumschifft. An manchen Stellen kams mir vor, als wearen die U/V-Koordinaten der Texturen kaputt gewesen.

Besonders bizarr fand ich aber den Unsichtbaren. Okay, er ist unsichtbar. Um sein Gesicht sichtbar zu machen, schmiert er sich Render-Creme ins Gesicht, so dass die weisse Creme mit den Konturen seines Gesichts sichtbar sind. Im naechsten Shot dann sieht er aus wie ein Mensch mit Hut und weisser Schminke, und (jetzt kommts): braunen Bartstoppeln. Ja, meine lieben, Tony Curran hielt diesen Film scheinbar nicht fuer wichtig genug, um sich dafuer zu rasieren.

Oh, dann waere natuerlich noch Mr. Hyde, der Hulk-Abklatsch, der aber eigentlich nur dargestellt wird durch den Dr. Jekyll-Schauspieler mit einem fuerchterlichen Papp-Mache-Anzug.

Aber zum Film selbst... ein bekanntes Zitat aus dem Trailer ist ja Sean Connery, wie er mit seiner ueblichen Trockenheit meint, "I'm waiting to be impressed". Ich auch, Herr Connery, ich auch. Dieses Zitat kam relativ am Anfang vom Film, aber es blieb mit mir bis zum Schluss.

Da ist eine Szene, in der irgendwelche Nazi-anmutenden Gestalten mit automatischen Waffen in einer library ballern, es fliegen Papierfetzen durch die Luft wie nix gutes, die Helden rennen rum und machen alles platt, und ich sitz da so in meinem Kinosessel und frage mich, "hmm... vielleicht haette ich etwas mehr Ketchup auf meinen Hot-Dog tun sollen." Also, nicht dass es schlecht geschmeckt haette oder so, aber Ketchup muss da einfach sein. Das gibt mir so ein Kino-Feeling, denn beim Kino tu ich immer gut Ketchup drauf. Aeh, der Film? Ach genau. Da fiels mir wieder auf - da ist ja gerade voll die Action-Szene im Gang. Und irgendwie hat mich das ueberhaupt nicht mitgerissen. Im Gegenteil - langsam ueberlege ich mir, ob ich auch nur im Geringsten weniger unterhalten bin, wenn ich mal kurz raus an den concession stand gehe und etwas mehr Ketchup hole.

Es ist schwer zu sagen, was an dem Film so schlecht ist. Ich machs mir mal einfach: Alles. Standard-Plot, Spezialeffekte auf "Langoliers"-Niveau, uebles Buch... und irgendwie nichts mitreisendes. Voellig oede. Ah, doch, hier ist was gutes: Ein vernichtender Review. Herrlich.

Posted by ebomike at 03:07 AM | Comments (0)