Meine Guete, ich haeng ja schon wieder hinterher. Komm auch zu gar nix mehr.
Man on Fire... mal wieder ein Film von Tony Scott, und diesmal geht er etwas mehr in seine alte Richtung zurueck. Gucken wir mal:
Denzel Washington ist ein ehemaliger krass-toller Spion/Killer fuer CIA oder was weiss ich was, aber ist inzwischen zu einem Teilzeit-Alkoholiker verkommen. Der gute Christopher Walken hilft ihm aber zu einem netten Deal: Er soll in Mexiko, dem Kindesentfuehrungs-Dorado, einen Bodyguard fuer die kleine Pita mimen.
Denzel hat da gar nicht so recht die Boecke drauf, Beschuetzen und so ist eigentlich nicht so sein Ding, aber naja, was solls halt.
Pita findet auch gleich grossen Gefallen an dem knuddligen "Baer" und fuehlt sich naeher an ihm als an den leicht distanzierten Eltern. Denzel aber kann sich wenig dafuer begeistern und zeigt ihr die kalte Schulter... im Gegensatz zur Jackie-Flasche, die jeden Abend bereit in seinem Zimmer steht.
Aber so langsam macht ihm das ganze Spass, und er findet zu ihr, gibt ihr Tips und coacht sie... und, guess what, schwupps wird sie entfuehrt und Denzel ueber'n Haufen geschossen.
Die Loesegelduebergabe klappt dank korrupter Polizisten auch nicht so recht.
Mit Wunden, die noch bis gegen Ende des Films Blut im Swimming-Pool hinterlassen, ist Denzel jetzt reichlich pissed und schickt sich an, alle Leute, die in der Sache verwickelt waren, plattzumachen.
Und so hangelt er sich von A nach B, findet jemanden, der was weiss, presst aus ihm raus, wer der naechsthoehere Verantwortliche ist, und macht dann seinen Informanten alle.
Dabei bedient er sich reichlicher Phantasie - seinen erstes Opfer bittet er um Informationen, indem er ihm Finger abschneidet und dann mit nem Zigarettenanzuender sterilisiert. Klingt ja ganz boes brutal, aber hier sollten wir vielleicht mal kurz Schnitt und Kamerafuehrung anbringen: Es wackelt und zuckt und blitzt wie nix gutes. Der ganze Film ist super-hektisch geschnitten und flackert wie ne alte Taschenlampe. Okay, Tony Scott ist Veteran, der darf das, und der weiss, was er macht, aber trotzdem: Das ist wirklich sehr penetrant.
Gut dazu passt dafuer die Musik von Trent Reznor bzw. Nine Inch Nails, schoen scharf und zackig wie immer.
Der Trailer beschreibt den Film eigentlich schon ganz gut, und man kriegt auch das, was man erwartet. Unterhaltsam, kompromislos, und natuerlich doppelt gut fuer Leute, die Denzel moegen.
Okay, es ist ja bekannt: Eigentlich haette Kill Bill ein einziger Film sein sollen. Schon der Original-Trailer sagte ja "In 2003, Uma Thurman will Kill Bill." War wohl nix, Hoerr Tarantino musste ja waehrend der Dreharbeiten noch neue Szenen dazuschreiben, und so wurde eben dieser Zweiteiler draus.
Ich denke immer mal wieder an Vol. 1 zurueck, und das war eigentlich schon ein fettes Werk. Es faengt an mit fetziger Action, dann kommt etwas tarantinische Langsamkeit ins Spiel, dann geht's wieder zur Sache, und Blutfontaenen spritzen meilenweit in die Luft. Trotz meiner Kritikpunkte, die ich damals angebracht hatte, wars am Ende doch fett.
Jetzt aber Vol. 2. Alle lieben den. Und wenn ich mir Teil 1 und 2 als ganzes vorstelle minus einiger langwierigen Szenen, dann waere das bestimmt ein sehr sehr guter Film. Aber in der jetztigen Aufmachung sind die ganzen aussergewoehnlichen Szenen in Vol. 1 gelandet, und Teil 2 ist dann eher so Reste-Essen.
Ist wie immer die Frage, was man erwartet. Der erste Teil hatte ja schoen verteile, blutige Gewalt, mit dem Hoehepunkt vom Kampf gegen die Crazy 88, wo Uma Thurman die Boesis im Duzend mit ihrem Schwert vierteilt. Sowas gibt's natuerlich nicht noch ein zweites Mal.
Was bleibt beim zweiten uebrig? Nicht mehr viel. Zwar hat sie thereotisch noch drei Leute auf ihrer Liste, aber das wars auch. Vor allem nehmen jene drei eigentlich nur einen kleinen Teil vom Film ein. Der Rest ist mit anderweitigen Szenen beschmueckt, die eigentlich ueberhaupt nichts zur Sache tun.
Die Kritiker sagen zwar, Teil 2 ist "less action and more story", aber what story?! Der Original-KB bestach ja eigentlich durch die extrem geradelinige Story, die als Leitfaden durch die teilweise sehr kinetischen Szenen gefuehrt hat.
Vor allem sind die "story"-Teile meist flashbacks, die eigentlich groesstenteils nur dienen, um Tarantinos vielseitigen Stile zu demonstrieren. Da sind z.B. die Hochzeits-Probe, bei der Bill ja bekanntlich mit seiner Truppe anrueckt und alles plattmacht. Das ist ein kompletter Akt (!), in dem wirklich nur beilaeufiger Dialog ist.
Dann ist ein flashback, in dem Uma Thurman im besten Billig-Hongkong-Film von einem alten chinesischen Meister trainiert wird, komplett mit wirklich alberner Kung-Fu-Film-Musik. Auch das ist eine sehr lange Szene mit sehr wenig Inhalt.
Ums noch komischer zu machen, wird es an einer Stelle gar richtig unrealistisch. Ich meine, okay, der Film hat nie probiert, realistisch zu sein, aber die Paula Schultz-Szene fand ich nun wirklich bekloppt. Und lang.
Aber - trotzdem hat der Film viele gelungene Gags, ist ab und an immer noch boesartig, und die Dialoge sind teilweise immer noch saftig (wenn auch nichts an Tarantinos ersteren Werke rankommt).
Also ich war ein wenig enttaeuscht.. aber anschauen tust du dir'n ja sowieso.
Aah. Bagel, wie du dir denken kannst, bin ich ein sucker fuer Ghetto-Dramas. Insofern konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, Never Die Alone zu sehen, auch wenn alle Zeichen auf "Plastik" standen.
Wie zum Beispiel die IMDB-Wertung von 4.3. Vor allem aber auch die Tatsache, dass alle Filme dieser Art in letzter Zeit einfach scheisse waren. Von Belly reden wir gar nicht erst. Sucker punch war ein Riesenstuss.
Ich hab also wirklich erst ueberlegt, ob ich echt reinsollte. Beim Scannen der reviews fand ich Sachen wie z.B. das hier: "If Never Die Alone had even a smidgeon of comic relief [...] to offset some of its relentlessly downbeat brutality, it might have been at best tolerable.", und "Never Die Alone subverts that vicarious enjoyment by showing violence and abuse so unrelentingly ugly that only a sadist could derive the least bit of pleasure from it.", und jemand anderes beschwerte sich ueber das komplette Fehlen jeglichen Mitgefuehls fuer Menschen und so. Das klingt doch einladend!
Es hat ja seit Blair Witch fast schon Tradition, dass Filme dieser Art in moeglichst haesslichem Material gefilmt werden. Das "sieht toll authentisch aus" und haelt die Kosten niedrig. Sucker Punch war ja echt auf Video gedreht und sah teilweise zum Fuerchten aus. Gang Tapes ist ja praktisch eine Videoaufnahme. NDA ist immerhin auf 16mm gedreht. Aber nicht nur sieht es (abgsehen von der unabwendbaren Grobkoernigkeit vom Material) angemessen gut, die cinematography ist teilweise wirklich bemerkenswert. Gut, ab und zu wackelt die Kamera ein wenig unbeholfen rum, aber es wirkt trotzdem professionell.
DMX ist King David, der schon in der allerersten Szene im Sarg zu sehen ist. Es ist ja immerhin schon bekannt, dass DMX kein guter Schauspieler ist, insofern erwartet man nicht so viel. Man muss aber eingestehen, dass er hier ganz gut in den Film passt. Das liegt wohl vor allem am Drehbuch, dass fuer einen Film dieser Art erstaunlich solide ist - es basiert ja auch auf einem Roman.
DMX spielt ein Arschloch. Ein Riesenarschloch. Er ist (gerade gegen Ende vom Film) so bestialisch fies, dass ich (und der eine andere Typ, der noch im Kino war) ein fieses Lachen nicht unterdruecken konnte. Seine Geschichte wird durch mehrere Straenge und Zeitspruenge erzaehlt, und auch wenn die Handlung nicht endlos tiefgruendig ist, ist sie immerhin stets kohaerent (im Gegensatz zu den anderen Peinlichkeiten, die ich oben erwaehnt hatte).
Der Film ist wenigstens auch konsequent - der eine Kritiker hatte sich ja aufgeregt, dass alles zu duester ist. Also comic relief haette den Film ruiniert. Stattdessen geht's 88 Minuten lang wirklich nur duester und depressiv zu.
Auch wenn natuerlich die alte Moral "Crime does not pay" unter der Handlung liegt, ist sie nicht so daemlich draufgedrueckt wie anderen Werken, wo der Protagonist sich ploetzlich dem Boesen abwendet und ein Heiliger wird. Hier erzaehlt DMX seine Geschichte via einer Autobiographie, die David Arquette in seinem Auto findet, und er ist von Anfang bis Ende Arschloch.
Natuerlich kann dieser Film Menace II Society nicht das Wasser reichen, aber er ist trotzdem erfrischend im Sumpf der anderen Uebeltaten, die ich in letzter Zeit so gesehen habe.
Oh Mann, diese Comic-zu-Film-Verhonzungen sind echt im Vormarsch. Schon wieder was. Hellboy. Wieder was, was ich nicht kenne. Ja, ich bin ein Kulturbanause.
Hm. Da faellt mir irgendwie auf, welch grossen Einfluss der lead auf den Film hat. Oh, welch Erkenntnis. Ja, danke, ich find mich auch klug.
Aber echt - mir faellt da Daredevil ein, mit Ben Arschleck, und der ist ja nur noch scheisse. Der Affleck jetzt. Und der Film auch.
Aber Hellboy? Der ist mit Ron Perlman. Und der ist die Macht.
Hellboy ist so'n schroffer Kerl, der so trocken wie die Wueste ist. Er bringt seine one-liner rueber wie kein anderer. Da fackelt er gemeinsam mit einem der boesen Monster in einer grossen Flamme ab, zuendet sich mit dem Feuer eine Zigarre an und meint: "I'm fireproof. You're not." Flacher Witz, aber aus Perlmans Zunge kommend ist das zum Wegschmeissen.
Und auch trotz seiner Superkraefte ist er immer so'n bissel pienzig. Da wird er von einer U-Bahn ueberfahren und sagt wehleidig "autschautschautsch", als ihm jeder einzelne Wagon gegen den Kopf knallt.
Der Film ist wirklich sehr unterhaltsam. Selbstverstaendlich ist alles sehr flach gehalten, aber dafuer mit umsomehr Wonne inszeniert. Der Film nimmt sich nicht ernst, und das ist auch gut so. Aber der Star ist ganz klar Ron Perlman. Ohne ihn waer das ganze nur eine leere Huelle.
Dabei ist der Film technisch ordentlich, aber nicht krass. Die Spezialeffekte sind zahlreich, aber teilweise nicht eben ueberzeugend (allerdings lang nicht so schlecht wie League of Extraordinary Gentlemen). Die Cinematography dagegen hat mir gut gefallen. Vor allem die Farbgebung ist sehr gut - die Bilder sind in zahlreichen Farben vertreten, aber nicht quietschebunt im Comic-Look. Es ist insgesamt eher duester, aber jeder Shot hat meistens eine besonders penetrante Grundfarbe, und irgendetwas sticht meist raus. So gibt es z.B. einige nette Shots, die fast komplett in hellerem Blau gehalten sind - nur Hellboy mit seiner roten Haut und braunen Mantel faellt ins Auge.
Auch wenn der Film kein Meisterwerk ist, ist er definitiv eine der besten Comic-Umsetzungen, die es im letzten Schwall von Adaptionen gab.